← Episode 42: Ist die KI-Party außer Kontrolle? Musk im Visier, der Arbeitsmarkt am Kipppunkt & OpenAI liefert ab!

Episode 42: Ist die KI-Party außer Kontrolle? Musk im Visier, der Arbeitsmarkt am Kipppunkt & OpenAI liefert ab! – KI Podcast

4 Min. Lesezeit

5 Min. Lesezeit • 12.10.2025

Die KI-Welt gleicht derzeit einer WG-Party kurz vor dem Eintreffen der Polizei – chaotisch, laut und voller unerwarteter Wendungen. Dennis Westermann und Axel Berger nehmen in dieser Episode kein Blatt vor den Mund: Von spektakulären KI-Skandalen über dramatische Arbeitsmarktzahlen bis hin zu bahnbrechenden Ankündigungen beim OpenAI DevDay. Die Entwicklungen überschlagen sich, und die beiden Hosts analysieren, was das für unsere berufliche Zukunft bedeutet.

KI-Betrug kostet Beratungsfirma 97.000 Dollar

Ein Skandal aus Australien zeigt die Schattenseiten des blinden KI-Vertrauens: Eine Unternehmensberatung kassierte 440.000 australische Dollar für eine Regierungsstudie – die komplett von ChatGPT 4.0 erstellt wurde. Das Problem: Niemand hat das mehrere hundert Seiten starke Dokument überprüft. Die Folge waren gravierende Fehler, darunter erfundene Bücher und falsche Quellenangaben. Ein Regierungsmitarbeiter fand sich selbst als Autor eines Werkes zitiert, das er nie geschrieben hatte. Die Firma musste 97.000 Dollar zurückzahlen – ein Bruchteil der ursprünglichen Summe.

Dennis betont die Wichtigkeit der Sorgfaltspflicht: "Man kann KI nutzen, um Texte vorzubereiten, aber am Ende muss man als Berater das auch noch mal gelesen haben." Der Fall zeigt exemplarisch, dass künstliche Intelligenz zwar leistungsfähige Werkzeuge bereitstellt, die Verantwortung für das Endergebnis aber beim Menschen bleibt. Mehrere Korrekturschleifen mit verschiedenen KI-Systemen und eine abschließende menschliche Prüfung sind unverzichtbar.

OpenAI DevDay: Die Ära der Agenten beginnt

Der OpenAI DevDay in San Francisco brachte Ankündigungen, die das Internet grundlegend verändern könnten. Mit dem neuen Agent Kit können Nutzer per Drag-and-Drop eigene KI-Agenten erstellen – ohne Programmierkenntnisse. Noch revolutionärer ist das Software Development Kit (SDK), das Plattformen wie Booking.com, Expedia und Spotify direkt in ChatGPT integriert. Dennis erklärt die Tragweite: "Du kannst sagen: Hey ChatGPT, buch mir mal einen Flug nach Mallorca, such mir ein günstiges Hotel und einen Mietwagen – und er führt das alles für dich durch."

Die Konsequenz: Wer braucht noch klassische Websites, wenn ChatGPT alle Buchungen übernimmt? Die Plattform könnte zum zentralen Interface für das gesamte Internet werden. Für Unternehmen bedeutet das: Wer nicht in ChatGPT integriert ist, wird unsichtbar. Dennis sieht darin auch eine Chance für Entwickler: "Wenn ich jetzt bei Lieferando anrufen würde und sagen könnte, ich bringe eure Firma auf ChatGPT, könnte ich mir den Preis aussuchen."

Arbeitsmarkt unter Druck: Die Zahlen sprechen Bände

Die Statistiken sind alarmierend: Stellenanzeigen auf Plattformen wie Indeed sind im Jahresvergleich um 12 Prozent zurückgegangen. Besonders betroffen sind qualifizierte Bereiche – Personalwesen minus 25 Prozent, Marketing und Softwareentwicklung minus 19 Prozent. Im Werbebereich brachen die Anzeigen zwischen 2019 und 2025 um 61 Prozent ein. Selbst die IT, lange als krisensicher geltend, verzeichnet einen Rückgang von 35 Prozent.

Parallel dazu fordert Nvidia-CEO Jensen Huang Hunderttausende Elektriker, Klempner und Tischler – um Rechenzentren für künstliche Intelligenz zu bauen. Die Ironie: "Wir brauchen jetzt noch einmal alle Arbeitskräfte, um die Rechenzentren zu bauen, damit dann alle arbeitslos werden", kommentiert Dennis sarkastisch. Die Entwicklung zeigt: Der Arbeitsmarkt steht vor fundamentalen Veränderungen, und wer nicht mitspielt, könnte bald zu den Verlierern gehören.

Elon Musk und die Haftung für KI-Aussagen

Ein Hamburger Gericht hat Rechtsgeschichte geschrieben: XAI, Elon Musks KI-Firma, wurde zu einem Ordnungsgeld von 250.000 Euro verurteilt, weil der Chatbot Grok Falschinformationen verbreitet hatte. Der Bot behauptete, die Organisation Compact werde mit Steuergeldern finanziert – eine nachweislich falsche Aussage. Das Urteil ist ein Meilenstein: Erstmals wurde ein Unternehmen für die Aussagen seines KI-Systems haftbar gemacht. Dennis begrüßt die Entscheidung: "Ich finde es gut, dass die dafür haftbar gemacht werden können, dass sie sicherstellen müssen, dass diese Unwahrheiten nicht verbreitet werden."

Die Mission der beiden Hosts geht weiter: Sie touren durch Schulen, um Lehrern Medienkompetenz zu vermitteln. Ziel ist es, junge Menschen für Deepfakes und Fake News zu sensibilisieren – und gleichzeitig Lehrkräften zu zeigen, wie KI ihren Alltag erleichtern kann. Ein Projekt, das sie kostenlos anbieten, weil es ihnen eine Herzensangelegenheit ist.


🎧 Jetzt die komplette Folge hören:

Hör die ganze Episode auf 2mic1hal.de, Spotify oder Apple Podcasts – oder überall, wo es Podcasts gibt.