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Episode 13 - ChatGPT & das Manhattan-Projekt, Google OVAL & der neue Videomodus von NotebookLM | KI Podcast

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5 Min. Lesezeit • 03.08.2025

Was haben hüpfende Kaninchen auf einem Trampolin mit der Zukunft der KI zu tun? Mehr als man denkt. Ein mysteriöses Überwachungskamera-Video eroberte die sozialen Medien mit über 200 Millionen Views – und entpuppte sich als KI-generiert. Während die Welt über süße Tiervideos staunt, vergleicht Sam Altman die Entwicklung von ChatGPT-5 mit dem Manhattan-Projekt. Dennis Westermann beleuchtet in dieser Episode die Diskrepanz zwischen viralen KI-Inhalten und den ernsthaften ethischen Fragen, die die Technologie aufwirft.

Virale KI-Inhalte und die Abstumpfung der Nutzer

Das Kaninchen-Video zeigt eindrucksvoll, wie KI-generierte Inhalte die sozialen Medien dominieren. Sechs Kaninchen, die scheinbar nachts auf einem Gartentrampolin hüpfen – aufgenommen von einer Überwachungskamera. Die Storyline ist simpel: Die Tiere sitzen im Kreis, schauen sich um, ob niemand zuschaut, und beginnen dann zu springen. Mit 200 Millionen Views erreichte das Video mehr Menschen als die Bevölkerung Deutschlands – zweieinhalb Mal.

Dennis beobachtet eine zunehmende Abstumpfung gegenüber solchen Inhalten. Während früher KI-generierte Videos für Begeisterung sorgten, werden sie heute schnell konsumiert und vergessen. Besonders kritisch sieht er Copy-Paste-Trends wie die viralen IKEA-Karton-Videos, die mittlerweile von unzähligen Influencern nachgeahmt werden. Die eigentliche kreative Leistung liegt beim Ersteller des ursprünglichen Prompts – die Trittbrettfahrer liefern nur noch Variationen.

Sam Altman und die Manhattan-Projekt-Analogie

Sam Altman zieht einen brisanten Vergleich: Die Entwicklung von ChatGPT-5 erinnere an das Manhattan-Projekt – die geheime Entwicklung der Atombombe im Zweiten Weltkrieg. Seine Kritik: Die regulatorischen Systeme zur Überwachung der KI-Entwicklung seien viel zu langsam. "Es sind keine Erwachsenen im Raum", so Altman. Eine paradoxe Aussage, denn er leitet selbst die Entwicklung und könnte theoretisch den Release stoppen.

Dennis hinterfragt diese Logik scharf: Wenn die Technologie so gefährlich ist, warum wird sie dann veröffentlicht? Die Antwort liegt im globalen Wettrennen. In einem Interview nannte Altman seine größte Angst: Nicht die Superintelligenz selbst, sondern dass jemand anders – ohne direkt China zu nennen – zuerst eine mächtige KI entwickelt. Die Parallele zum Kalten Krieg ist offensichtlich: Beide Seiten rüsten auf, weil sie dem Gegner nicht trauen. Am Ende liegen zigtausend "Atombomben" bereit – nur diesmal in Form von KI-Systemen.

Google OVAL und die Automation-Revolution

Google hat mit OVAL ein Tool gelauncht, das Automationsketten per Sprachbefehl erstellt. Dennis testete die Plattform mit einem VPN-Zugang aus den USA und war beeindruckt: Innerhalb von zehn Minuten baute er eine Bewerbungs-App, die Dokumente hochlädt, Fragen stellt und automatisch optimierte Bewerbungen generiert. Was früher komplexe Workflows in Tools wie make.com erforderte, funktioniert jetzt durch einfache Beschreibungen.

Die Integration in den Google-Kosmos ist nahtlos. OVAL greift auf Google Drive, Gmail und den Kalender zu. Dennis nutzt bereits intensiv Google Meet für Videokonferenzen und hebt die überlegene Technologie gegenüber Microsoft Teams oder Zoom hervor – von der Hintergrundfreistellung bis zur automatischen Transkription. Für Automationsagenturen, die von solchen Services leben, sieht er düstere Zeiten voraus.

NotebookLM erweitert um Videomodus

Google hat NotebookLM um einen Videomodus erweitert. Nutzer können nun Themen eingeben und erhalten automatisch generierte Präsentationen mit Slides und Sprachausgabe. Aktuell sind die Folien noch auf Englisch, die Sprachausgabe lässt sich aber auf Deutsch umstellen. Dennis hatte gehofft, dass der Modus auch Video-Podcasts mit zwei sprechenden Personen generiert – ähnlich dem beliebten Audio-Podcast-Feature. Diese Funktion fehlt noch, dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Meta, Adobe und die Plattform-Kriege

Mark Zuckerberg versucht verzweifelt, im KI-Rennen aufzuholen. Er bot einer Chefentwicklerin von Thinking Machines Lab eine Milliarde Dollar über vier Jahre – sie lehnte ab. Auch andere Mitarbeitende schlugen Angebote zwischen 20 und 100 Millionen Dollar aus. Ein Statement, dass sich nicht alles mit Geld kaufen lässt.

Adobe kämpft derweil mit Imageproblemen. Die neuen KI-Features in Photoshop – generatives Upscaling und Object Remover – bietet Konkurrent Canva bereits seit über einem Jahr. Dennis ist weitgehend zu Canva und DaVinci Resolve gewechselt. Letzteres kostet einmalig 250 Euro statt monatlicher Abo-Gebühren und bietet beeindruckende KI-Tools wie Relighting, das nachträglich Lichtquellen in Videos einfügt.

Die wichtigste Erkenntnis dieser Episode: Während die Öffentlichkeit über Trampolin-Kaninchen staunt, entwickeln Tech-Giganten im Hintergrund Systeme, die unsere Arbeitswelt fundamental verändern werden. Die Frage ist nicht mehr, ob KI unser Leben umkrempelt – sondern wer die Kontrolle darüber behält.


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